Bilder, Frottagen, Collagen und Texte
von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10
der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Marl,
entstanden anlässlich einer Gedenkstättenfahrt ins Haus der Wannsee-Konferenz nach Berlin
im Frühjahr 2005.
Mit der Ernennung des Führers der NSDAP, Adolf Hitler, zum deutschen Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland.
Schon bald wurden Gesetze und Verordnungen erlassen, die das Leben der Juden erheblich erschwerten (Juden durften keine Haustiere halten, Juden durften nur zwischen 16 und 17 Uhr einkaufen, Juden durften keinem Gesangsvereinen angehören u.v.a.). So erging am 12.Juni 1942 die Anordnung an alle Juden, ihre elektrischen Geräte abzuliefern.


Am 20. Januar 1942 trafen sich in einer Villa am Wannsee in Berlin hochrangige Vertreter verschiedener Ministerien, um die Vernichtung von 11 Millionen europäischer Juden zu beschließen und zu koordinieren.
Der "Endlösung", dem größten geplanten und ersten industriellen Massenmord der Geschichte, fielen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges rund sechs Millionen Juden zum Opfer.

Vom Gleis 17 im Bahnhof Grunewald wurden in den Jahren 1941 - 1945 ca. 55000 Menschen deportiert, zum größten Teil in die Lager Riga und Auschwitz.
Das Gleis war in der Zeit von Oktober 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine "Verladestation" für ca. 55.000 Juden. Sie wurden gewaltsam aus ihren Wohnungen herausgeholt und öffentlich durch die Straßen Berlins zu den Bahnhöfen Putlitzstraße, Anhalter Bahnhof und Grunewald getrieben, um in die Ghettos Theresienstadt, Riga und Lodz und später direkt nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet zu werden. Jeden Tag standen Hunderte von Menschen auf Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald, um ihren Weg in den Tod anzutreten.


Die überlebende Hilde Sherman berichtet:
Laut Anordnung der Gestapo konnten wir 50 kg Gepäck und eine Decke (70 cm Lang, 30 cm breit) mitnehmen. Natürlich versuchte jeder, seine besten Sachen in den Koffer zu quetschen. Niemand wusste, wie lange es bis zur sogenannten "Umsiedlung" dauern würde. Ich verabschiedete mich von meinen Eltern und so bestiegen wir den Zug.
Im Morgengrauen des nächsten Tages mussten wir zur Rampe. Der Zug war noch nicht da und es war bitter kalt. Wir standen und standen von 4.00 bis 9.00 Uhr. Dann wurden wir aufgerufen und die Fahrt begann.
Wir waren in einem Personenwaggon. Das war, bevor sie begannen, Viehwaggons zu nehmen. Wir waren so zusammen gedrängt, dass es unbeschreiblich heiß war. Außerdem war die Heizung unnötigerweise angeschaltet. Im anderen Waggon, wo die Kinder waren, gab es überhaupt keine Heizung. Sie erfroren beinahe.
Wir erreichten die Grenze des Landes, das früher Polen war. Dort hielt der Zug. Die Türen wurden geöffnet und wir bekamen die Erlaubnis, hinaus zu gehen und etwas Schnee zum Trinken aufzuheben. Als er geschmolzen war, konnten wir ihn trinken.
Ich hatte meine Stiefel nicht ausgezogen, weil ich wusste, ich würde sie nicht wieder über meine geschwollenen Füße bekommen.
In der Nacht hielt der Zug plötzlich an. Wir hatten keine Ahnung, wo wir waren. In der Morgendämmerung konnten wir ein Schild mit der Aufschrift "Shirotawa" erkennen. Wo ist Shirotawa? Was ist Shirotawa? Es war schrecklich kalt.
Gegen 10 Uhr vormittags hörten wir Hundegebell. SS-Truppen kamen und umzingelten den Zug. Die Türen wurden geöffnet und das Gebrüll begann: "Raus, raus, schnell, schnell!"
Wir mussten raus und die Letzten mussten den Wagen mit ihren Händen reinigen. Es gab keine Hilfsmittel. Wir mussten in einer Reihe an der Rampe stehen. Ein Auto mit zwei hohen SS-Offizieren kam an. Sie stiegen aus und ich erinnere mich, dass einer von ihnen zu Schreien begann: "In Fünferreihen aufstellen und ab mit euch ins Ghetto!"
Hilde Sherman: Bericht einer Deportation
(aus: How was it humanly possible? S. 100 - 105)

Das nationalsozialistische Deutschland ermordete sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens. Das vormals pulsierende jüdische Leben in vielen deutschen Städten, darunter auch Berlin, sowie beispielsweise im benachbarten Polen wurde beinahe komplett ausgerottet.
Im von Deutschland besetzten Polen gründeten die Nationalsozialisten sechs Vernichtungslager, deren einziger "Zweck" die Ermordung möglichst vieler Menschen in möglichst kurzer Zeit war: Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Chelmno, Belzec und Sobibor.
Auschwitz wurde für die ganze Weit zum Symbol des Terrors, des Völkermordes und des Holocaust. Das Konzentrationslager wurde im Jahre 1940 von den Nazis vor den Toren der Stadt Oswiecim errichtet, die zusammen mit anderen Gebieten Polens während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen besetzt war. Der Name der Stadt wurde in Auschwitz geändert, nach der auch das Konzentrationslager seinen Namen bekam.
In den darauf folgenden Jahren wurde das Lager ausgebaut und bestand schließlich aus drei Teilen:
Auschwitz 1,
Auschwitz II-Birkenau,
Auschwitz III-Monowitz
sowie aus über 40 Nebenlagern.
Am Anfang litten und starben Polen im Lager. Später kamen ebenfalls sowjetische Kriegsgefangene, Sinti und Roma und Häftlinge aus anderen Ländern hinzu. Ab 1942 wurde Auschwitz zum Ort des größten Massenmordes in der Geschichte der Menschheit an den europäischen Juden, deren völlige Ausrottung die Nazis sich zum Ziel gesetzt haften.
Die Mehrheit der nach Auschwitz deportierten Juden - Männer, Frauen und Kinder, kamen unmittelbar nach deren Ankunft in den Gaskammern Birkenaus um.
Gegen Ende des Krieges begann die SS mit der Demontage und der Zerstörung der Gaskammern, der Krematorien und anderer Objekte sowie mit dem Verbrennen von Dokumenten, um die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Die marschfähigen Häftlinge wurden ins Innere Reiches deportiert. Diejenigen, die im Lager geblieben waren, wurden am 27. Januar 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit.
Am 2. Juli 1947 wurde durch ein Gesetz des Sejm des polnischen Parlaments, auf den zwei erhaltenen gebliebenen Teilen des ehemaligen Konzentrationslagers, Auschwitz I und Auschwitz II - Birkenau das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau errichtet.
Im Jahre 1979 nahm die UNESCO diesen Ort in ihre Liste mit den Objekten des Weltkulturerbes auf.
"Juden, die das sechste Lebensjahr vollendet haben, ist es verboten, sich in der Öffentlichkeit ohne einen Judenstern zu zeigen. Der Judenstern besteht aus einem handtellergroßen, schwarz ausgezogenen Sechsstern aus gelbem Stoff mit der schwarzen Aufschrift "Jude". Er ist sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstücks fest aufgenäht zu tragen."
Das Symbol des Judentums, der Davidstern, wurde als diffamierende Kennzeichnung missbraucht und stellte so eine zusätzliche Demütigung der Menschen dar. Ab November 1939 mussten alle Juden im von Deutschland besetzten Polen und ab September 1941 in allen übrigen von Deutschland beherrschten Gebieten den Stern deutlich sichtbar an ihrer Kleidung befestigen. Das erinnert an die Aussätzigen im Mittelalter, die eine Glocke um den Hals tragen mussten.

Der Stern aus zwei ineinander verschlungenen Dreiecken tauchte im Judentum seit der Antike als Schmuck für Amulette oder Öllampen auf. Die hebräische Bezeichnung ist "Magen David", also "Schild Davids".
Seit dem 18. Jahrhundert wird er, neben dem siebenarmigen Leuchter (Menora), als Symbol des Judentums verwendet. Auf dem 1. Zionistischen Kongress in Basel im Jahre 1897 wurde er zum nationalen Symbol Israels erklärt. Heute befindet er sich u.a. in der Mitte der israelischen Nationalflagge.

Unter dieser Adresse befand sich die Blindenwerkstatt des Otto Weidt. Hier arbeiteten während der Zeit des Nationalsozialismus jüdische und nichtjüdische Gehörlose und Blinde unter dem Schutz des Kleinfabrikanten Weidt, der in seinem offiziell als "wehrwichtig" anerkannten Betrieb Besen und Bürsten herstellen ließ.
Die Werkstätte war oft die letzte Zuflucht für die verfolgten Arbeiter und ihre Angehörigen. Otto Weidt besorgte für seine von der Deportation bedrohten Bürsteneinzieher Nahrungsmittel und falsche Papiere. Im Februar 1943 gelang es ihm, indem er die Gestapo bestach, die abgeholten Arbeiter aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße zurückzubringen.
Nach seiner fast vollständigen Erblindung wird er Bürstenmacher und eröffnet Anfang der 40er Jahre eine Besen- und Bürstenbinderei in der Rosenthaler Straße 39. In seiner Werkstatt werden so genannte "wehrwichtige" Produkte hergestellt. Er verkauft sie aber nicht nur an die Wehrmacht, sondern auch auf dem Schwarzmarkt. Auf diese Weise organisiert er Lebensmittel für seine jüdischen Arbeiter.

Diese Collage ist dem Besen- und Bürstenbinder Otto Weidt, der in seiner kleinen Werkstatt In Berlin untergetauchten Menschen das Überleben ermöglicht hat, gewidmet. Die schützende Hand des Otto Weidt ist über seinen jüdischen und nicht-jüdischen Mitarbeitern ausgebreitet.
Da man auf jüdische Gräber keine Blumen, sondern Steine legt, stehen diee vielen kleinen Kieselsteine symbolisch für einen Teil der ermordeten Juden.
(Lea Merschmann)
Als im Oktober 1941 die Deportationen einsetzen, versucht Otto Weidt die Arbeiter seines Betriebs als unentbehrliche Arbeitskräfte den Nazis gegenüber zu verteidigen. Er besticht die Gestapo, die Arbeitsverwaltung und Spitzel. Den Verfolgten verhilft er mit gefälschten Papieren zu einer neuen Identität. Ende des Jahres 1942 gelingt es Otto Weidt, seine zur Deportation bestimmten Arbeiter aus dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße zurück zu holen, einigen ermöglicht er das Untertauchen.
Alice Licht, der er sehr nahe steht, wird verraten und nach Auschwitz deportiert. Aufgrund seines Wagemuts und seiner Bestechungen gelingt es ihm, ihr Fluchthilfe zu geben. Doch eine gemeinsame Zukunft war beiden nicht vergönnt.

Die Menschen wurden aus ihrem bisherigen Leben heraus gerissen und führten ein Dasein im Untergrund. So erging es auch der bekannt
en Schriftstellerin Inge Deutschkron ("Ich trug den gelben Stern"), die sich in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt verstecken konnte.Im Januar 1933 kam Hitler an die Macht. Seit dieser Zeit wurden in Deutschland die Juden in der Öffentlichkeit schikaniert. Inge Deutschkron, 11 Jahre alt, die Tochter von Ella und Martin Deutschkron, erinnert sich an diese Zeit: Sie ist völlig unbefangen und möchte, wie die andern Kinder zum Spielplatz gehen, um dort zu spielen. Sie merkt jedoch bald, das das nicht geht. Die ängstliche Mutter verbietet ihr das und erklärt ihr den Grund. Inge kann das nicht nachvollziehen und erwidert: "Wir sind doch Deutsche!"
1938 tritt ein neues Gesetz in Kraft, dass alle Juden neue Ausweise bekommen müssen. Auf dem Polizeirevier werden ihnen die Fingerabdrücke abgenommen. Sie erhalten neue, jüdische Vornamen und den Buchstaben "J" in den Ausweis gestempelt. Inge heißt von nun an Inge Sarah Deutschkron. Grund für diese Maßnahme: Juden sollen erkenntlich sein.
Am 9. November beginnt das "Judenpogrom". Von nun an werden Juden verhaftet, ihre Geschäfte zerstört und ihre Synagogen in Brand gesetzt. Gestapo-Männer klingeln bei Familie Deutschkron und wollen Martin Deutschkron mitnehmen. Zum Glück ist er nicht zu Hause. Anfang 1939 gelingt Martin Deutschkron die Ausreise aus Deutschland. Seine Cousine in England besorgt ihm ein Visum. Seine Frau und seine Tochter dürfen nicht mitreisen. Es ist sehr schwer, Deutschland zu verlassen. Kein Land nimmt Juden auf.
Mutter und Tochter mussten ihre Wohnung in der Hufelandstraße aufgeben und ihre Möbel verkaufen. Beim Verkauf der Möbel sind sie von den Käufern erpresst worden. Die wertvollen Möbel wurden für wenig Geld abgegeben. Frau Deutschkron verbittert: "Dafür haben wir 20 Jahre gearbeitet". Inge bewohnt mit ihrer Mutter ein möbliertes Zimmer.
Für Mutter und Tochter wird der Überlebenskampf in der judenfeindlichen Umwelt immer schwieriger. Es gibt jedoch unter der deutschen Bevölkerung mutige Menschen, die den Juden helfen. Zum Beispiel Herr Weidt, der Besitzer einer kleinen Besenfabrik, beschäftigt einige Juden. Auch Inge arbeitet bei ihm im Büro. 1941 müssen alle Juden einen Judenstern auf ihren Kleidern anbringen. Wenn sie öffentliche Verkehrmittel benutzen, dürfen sie sich nicht hinsetzen, sondern müssen stehen. In ganz Deutschland werden Juden verhaftet und in Richtung Osten abtransportiert. In Berlin werden die Listen der zu Verhaftenden von der Jüdischen Gemeinde erstellt. Ein junger jüdischer Mann, Hans, ist für die Erstellung dieser Listen verantwortlich. Hans und Inge lernen sich im Büro von Herrn Weidt kennen und verlieben sich ineinander. Er ist es, der ihr Leben rettet. Ihr Name stand auf der Liste. Hans bewirkte, dass ihr Name gestrichen wurde. Mutter und Tochter wohnen im "Judenhaus": 7 Mietparteien in einer 5 1/2-Zimmerwohnung. Das Leben in diesem Haus ist unerträglich. Beide finden Helfer, die sie zu sich nehmen und in ihren Wohnungen verstecken. Herr Weidt besorgt Inge einen gefälschten Ausweis. Sie hat nun einen anderen Namen und ist nicht mehr Jüdin, sondern Deutsche. Inge muss trotzdem sehr vorsichtig sein. Die Gestapo ist überall und sucht junge Frauen, die in Waffenfabriken eingesetzt werden.

Junge Juden bildeten 1943 im Berliner Untergrund eine zionistische Pfadfindergruppe. Als 'Arier' getarnt, verborgen von wenigen Mitwissern, teilten sie wechselnde Quartiere, übernachteten in Straßen und Parks, ordneten das bedrohte Leben durch Unterricht und religiöse Feier. Ihr Leiter, Jizchak Schwersenz, preußisch erzogen und Zionist, erzählte uns die bewegende Geschichte seines Lebens.
"Wie es gelang, kann ich wirklich nicht beantworten. Eines ist zu betonen, durch die Hilfe jener wunderbaren tapferen Menschen, die uns geholfen haben. Sei es, dass sie uns etwas zu essen gaben ,wenn wir mittags zu ihnen kamen, oder, was viel wichtiger war, uns ein Nachtquartier zur Verfügung stellten. Die, die nicht mitgemacht haben mit Hitler, sind eine Minderheit. Und diejenigen, die aktiv dagegen geholfen haben, sind eine noch viel kleinere Minderheit. Diese Menschen sind sehr, sehr hoch zu achten.
Hatte man einen Helfer gefunden, dann hat der wiederum seinerseits in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis mit aller Vorsicht nachforschen können. So hat sich allmählich die Zahl der Helfer erhöht. Es waren natürlich immer zu wenige. Wir haben viele Nächte auf der Straße verbracht. Ich habe damals die Formulierung geprägt, wir hatten eine Straßennacht. Das waren diese schweren Nächte, an die ich heute noch denke. Wenn es dunkel wird ist mir bis heute schwer. Das nennt man psychologische Spätfolgen. Wenn es hell ist, ist es schön, man denkt nicht dran. Wird es dunkel, denke ich daran, wie schlimm es jeden Abend war, wenn es dunkel wurde und man nicht wusste, wo wird man in der Nacht bleiben.
Mancher hatte Angst, jemanden von uns über Nacht aufzunehmen oder uns am Tage für eine Speise einzulassen. Das muss man verstehen, aber helfen wollten sie. Sie taten es, indem sie uns, wenn wir läuteten, an der Tür schnell etwas Geld oder Lebensmittel zusteckten. Das verteilten wir gerecht. Ich habe dann, was auch fast unglaublich ist, unterrichtet, wenn man das so nennen kann. In einer halben Stunde habe ich den Kindern etwas beigebracht, vielleicht fünf Wörter Hebräisch, einige Sätze aus der Bibel, einen kleinen Abschnitt aus der Geschichte. Im Anschluss daran sangen wir ein Lied, leise natürlich, das uns Kraft geben sollte beim Auseinadergehen. Eines unserer beliebtesten Lieder ging so: "Wohlan, lass das Sinnen und Sorgen, feg die Angst aus der Seele heraus. Schon grüßt uns der Freiheit Morgen und die Sonne pocht jubelnd ans Haus. Der Frühling wird neues Leben bringen und Leiden und Knechtschaft niederzwingen, es sprosst und grünt ein neuer Lebensmai, wohlauf, wohlauf, unsere Bahn ist frei."
Jizchak Schwersenz

Frage an Jizchak Schwersenz:
Was geben Sie jungen Menschen auf den Weg, heute zu Zivilcourage gegen Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus zu finden?
Antwort:
Auf diesem Gebiet geschieht heute sehr viel an den Schulen. Ja, man muss diese Geschichten erzählen und dann auffordern, daraus zu lernen, den Mut aufzubringen, den Mund aufzumachen. Bei meinen Vorträgen habe ich immer wieder einen guten Eindruck. Es stärkt mich selbst, wenn ich merke, wie zugehört wird, welche Fragen Schüler stellen und was später im Gespräch gesagt wird. Dadurch habe ich gewisse Hoffnungen. Es gehört natürlich außerordentlich viel Mut dazu, anzukämpfen gegen Gewalt und Terror, den nicht alle Menschen haben. Man muss das verstehen. Aber man muss versuchen, die Menschen aufzufordern und zu stärken.
Anmerkung:
Jizchak Schwersenz ist am 2. Juni 2005, drei Tage nach seinem neunzigsten Geburtstag in Berlin verstorben. Bis zuletzt hat er sich für die Verständigung zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionen eingesetzt.
An der Gestaltung dieses Beitrags haben folgende Schülerinnen und Schüler mitgewirkt:
Patrick Thrun
Denise Materna
Lea Merschmann
Angelika Hardetzki
Kevin Asiedu
Alexander Voß
Isabell Espig
Kira Lucas
Timo Paetschke
Marcel Janowski
Tanja Fischer
Jenny Weissaag
Nadine Kraus
Betreuender Lehrer war Klaus Weidemann.